Fallbeispiele
Geschichten, die bewegen!
Die Geschichten der Frauen im Haus für Mutter und Kind sind sehr unterschiedlich, doch eines haben sie alle gemeinsam: Sie haben in ihrem Leben schon mehrere schlimme Krisen erlebt und im Haus für Mutter und Kind neue Hoffnung gefunden.
Sabine
Mit 18 hat Sabine ihre kleine Tochter Lisa auf die Welt gebracht. Eigentlich ein freudiges Ereignis, wäre da nicht ein ganzes Bündel an Problemen, das ihr Leben belastet. Sabine ist in einer zerrütteten Familie aufgewachsen und musste ins Heim. Es folgten mehrere Schulwechsel, die Schulnoten waren schlecht und eine Lehrstelle daher schwer zu finden. Dann wurde sie schwanger und von ihrem gewalttätigen Freund auf die Straße gesetzt. Die Sorgen erdrückten sie: keine Wohnung, die Schwangerschaft, keine Arbeit, kein soziales Netz, psychisch am Ende,…
In ihrer Verzweiflung wandte sich die junge Frau an das Caritas-Haus für Mutter und Kind in Linz. Hier finden Schwangere sowie Mütter mit Kindern eine vorübergehende Herberge und Halt. Die Caritas-MitarbeiterInnen unterstützen die Frauen und ihre Kinder dabei, Krisensituationen zu bewältigen und Übergänge in ein "neues Leben" zu meistern. Sie geben Hilfestellung bei der Kindererziehung ebenso wie bei der Klärung rechtlicher Fragen, bei der Schuldenbewältigung und bei Behördengängen, helfen bei der Suche nach einem Arbeitsplatz und einer Wohnung.
Karin
Karin ist 31 Jahre und hat zwei Kinder im Alter von 9 und 11 Jahren.
Karin war verheiratet, doch die Ehe verlief nicht gut und belastete sie schwer. Die Folge waren große gesundheitliche Probleme wie Asthma, Depressionen, Bandscheibenvorfall und Panikattacken.
Aufgrund der Spielsucht ihres Ehemannes kam die Familie in finanzielle Schwierigkeiten und eine Delogierung war nicht mehr abzuwenden. Eine Trennung bzw. die Scheidung hat Karin schon mehrmals beabsichtigt, doch den entscheidenden Schritt hat sie nicht gewagt. Durch die bevorstehende Delogierung wurde Karin der Schritt des "Weggehens" und der Trennung möglich. Sie ist mit ihren beiden Kindern im Haus für Mutter und Kind eingezogen.
Karin und die Kinder konnten hier zur Ruhe kommen. Mit Unterstützung der sozialarbeiterischen Begleitung und Beratung wurde ihr Leben in neue Bahnen gelenkt. Es gab wieder Perspektiven für Karin Die Scheidung wurde möglich, sie sicherte ihre Existenz, die Schuldenregulierung schaffte sie, außerdem machte sie eine Psychotherapie. Ihr gesundheitlicher Zustand besserte sich und sie machte die Ausbildung zur Altenfachbetreuerin und bezog mit ihren Kindern eine eigene Wohnung. Karin hat die Zeit im Haus für Mutter und Kind sehr genützt und vieles für sich und ihre Kinder erreicht.
Gertrude
Gertrude hat es geschafft. Sie hat im Haus für Mutter und Kind ihren Weg aus der Krise gefunden. Ihre zwei Buben sind ihr ein und alles und ihr größter Stolz. Der Älteste hat gerade eine fixe Arbeitsstelle bei einem Tischler gefunden, der Jüngere geht noch zur Schule. Dass es ihnen gut geht und sie ihren - geraden - Weg im Leben finden, ist Gertrude, 45, sehr wichtig. Sie selbst hatte eine schwere Kindheit. "Statt Liebe habe ich Hiebe bekommen", sagt sie. Als Jugendliche bricht sie ihre Lehre zur Einzelhandelskauffrau ab und wechselt dann von einem Job als Hilfskraft zum nächsten. Im Alter von 27 Jahren heiratet sie. Doch auch in der Ehe meint es das Schicksal nicht gut mit ihr: "Mein Mann war Alkoholiker und wenn er einen Wutausbruch hatte, schlug er auch zu. Mein Ältester hat leider damals vieles mitbekommen." Schließlich fasst sie den Entschluss, ihren Mann zu verlassen und endlich ist das Glück auf ihrer Seite: Im Haus für Mutter und Kinder der Caritas wird ein Platz frei und sie kann mit ihren Kindern einziehen. Zu diesem Zeitpunkt hat sie keinerlei eigenes Einkommen und ihr Mann weigert sich, Unterhalt zu zahlen.
"Die Zeit hier war für mich und meine Kinder unendlich heilsam. Hier haben sie mir beigebracht, über alle meine Sorgen und Probleme zu reden", erzählt Gertrude über ihre Zeit im Haus für Mutter und Kind. Gertrude hat schließlich auch eine Arbeitsstelle als Reinigungskraft gefunden und lebt jetzt mit ihren beiden Söhnen in einer kleinen Wohnung. Obwohl sie mit wenig Geld auskommen müssen, ist sie glücklich, dass sie ihr Leben zum Positiven verändern konnte.
Andreas Falkner
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